Es gibt einen Satz, der mich seit Jahren begleitet: Meine Geschichte erklärt mich, sie bestimmt mich aber nicht. Das klingt richtig schön einfach, ist es nur leider meistens nicht.
Was Prägung wirklich bedeutet
Wir alle tragen Prägungen in uns, aus der Kindheit, aus Beziehungen, aus gemachten Erfahrungen und viele Prägungen davon, können wir gar nicht bewusst erinnern.
Diese Prägungen haben einen riesigen Einfluss auf das, wie wir heute reagieren, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir uns in Beziehungen verhalten und welche Glaubenssätze uns antreiben.
Das ist nicht nur Theorie. Das zeigen auch die Daten meiner Studie.
85 Menschen wurden zu Triggern, Glaubenssätzen und emotionalen Mustern befragt und fast alle haben eines gemeinsam:
Ihre stärksten Reaktionen kommen nicht aus dem Moment.
Sie kommen aus der Geschichte.
Die Falle: Erklärung wird zur Entschuldigung
Hier passiert etwas, das mich in vielen Coaching-Ansätzen beschäftigt.
Die Erklärung: Ich bin so, weil… wird manchmal zur Entschuldigung oder zur Rechtfertigung und manchmal sogar zur Identität. Ich kann nicht anders, ich bin eben so geprägt…
Ich verstehe das total und ich stelle es trotzdem in Frage. Denn in dem Moment, in dem ich sage: meine Vergangenheit bestimmt mein Leben, gebe ich gleichzeitig etwas ab, das mir niemand abnehmen kann, nämlich meine Entscheidungsfreiheit.
Was Verstehen und Entscheiden gemeinsam haben
In meiner Arbeit geht es immer um zwei Schritte.
Der erste Schritt ist Verstehen: Warum reagiere ich so? Woher kommt dieses Muster? Was hat es einmal geschützt?
Das ist wichtig und notwendig, aber es ist nicht das Ziel.
Der zweite Schritt ist die Frage: Und jetzt? Wie möchte ich ab heute mit diesem Wissen umgehen?
Das ist der Moment, in dem Verantwortung beginnt.
Meine eigene Geschichte
Ich war das Kind, das funktioniert hat. Ich hatte gute Noten, war brav und angepasst.
Irgendwann bekam ich die Diagnose Multiple Sklerose und ich stellte mir die Frage, ob ich jetzt wirklich eine Krankheit bestimmen lassen soll, wie ich lebe?
Die Antwort: Ähm, Nein, es ist mein Leben und ich entscheide.
Das war zwar nicht der Beginn von Neusicht, aber es war der Moment, in dem der rote Faden meiner Geschichte jetzt im nachhinein sichtbar wurde.
Was das für dich bedeutet
Du musst deine Geschichte nicht schönreden, aber Du musst sie auch nicht verteufeln.
Du darfst sie einfach verstehen und dann darfst du entscheiden: Was mache ich heute daraus?
Deine Geschichte erklärt dich, aber sie bestimmt dich nicht.
Wenn du herausfinden möchtest, welche Muster dich noch unbewusst steuern, erfährst du mehr über die Neusicht-Analyse auf meiner Website.

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