Mein ganzes Leben wollte ich einfach nur gesehen werden… keine Bewunderung, keine Bewertung und auch keine Beurteilung… Einfach gesehen werden und das als ich, nicht für Leistung oder Anpassung oder als Funktion und Rolle..

Woher diese Sehnsucht kommt

Ich erinnere mich an viele kleine Momente… Die Note, die ich stolz nach Hause brachte und die Hoffnung, jetzt freut sich bestimmt jemand mit mir… Aber dann kam die Antwort „Warum ist das keine Eins geworden?“

Das war nicht böse gemeint, aber ich lernte, dass meine Freude nicht wirklich zählt, es geht um die Leistung…

Der einzige Mensch, bei dem ich das Gefühl hatte, einfach ich sein zu dürfen, war mein Opa und als er starb, war ich fünfzehn. Mit meiner Trauer war ich irgendwie allein und irgendwann begann ich mir selbst Zettel in die Brotdose zu legen… weil ich mich so einsam fühlte, so unwichtig…

Auf den Zetteln stand zum Beispiel „Dich braucht niemand.“…

Heute bricht mir dieser Gedanke das Herz, weil ich weiß, dass Kinder nicht mit solchen Gedanken auf die Welt kommen, sie lernen sie irgendwann, ganz langsam…

Die lange Suche nach dem Falschen

Jahrelang versuchte ich, gesehen zu werden. Durch Leistung, durch Anpassung, durch Rebellion und auch durch Funktionieren und irgendwann bemerkte ich, dass es nie reichen wird… weil niemand diese Lücke von außen für mich schließen kann.

Das ist einer der schwierigsten Sätze, die ich je verstehen musste, denn er bedeutet, dass niemand mir das geben kann, was ich suche.

Die Erkenntnis, die alles verändert hat

Irgendwann entstand ein Satz, der heute der Kern meiner Arbeit ist: Es muss mich keiner sehen, es reicht, wenn ich mich sehe!

Das ist Freiheit, denn in dem Moment, in dem ich aufgehört habe, von außen zu erwarten was nur von innen kommen kann, hat sich etwas verändert.

Ich musste nichts mehr beweisen, niemanden mehr überzeugen, niemanden mehr verantwortlich machen und dann bleibt nur noch eine Frage: Wie möchte ich mein Leben gestalten?

Was das für meine Arbeit bedeutet

Ich helfe Menschen nicht dabei, sichtbarer zu werden. Ich begleite sie dabei, sich selbst einfach wiederzusehen.

Das ist, was ich selbst gebraucht hätte… einfach jemanden, der fragt: Wer bist du eigentlich, wenn niemand schaut?

Ich glaube, genau das ist der Kern von Neusicht. Scheiß auf Methoden, Human Design, Astrologie. Das können Reflexionswerkzeuge sein und ich arbeite gern damit, aber das wichtigste ist die Begleitung zurück zu dir selbst.


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